wissenswertes über  fußpflege

 



 

 

 

 

 

DIABETES

Das diabetische Fußsyndrom - Kurzinformation:

Das diabetische Fußsyndrom stellt eine der am meisten gefürchteten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus dar.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Schädigung der Nerven des Fußes, welche zu schmerzlosen Druckgeschwüren führt,
und der Schädigung der Blutgefäße des Fußes, welche zu Durchblutungsstörungen führt. In vielen Fällen sind beide Formen
miteinander kombiniert.

Die Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms kann durch eine intensive Fußpflege und eine optimale Blutzuckereinstellung
vermieden werden. Die Therapie des diabetischen Fußsyndroms gestaltet sich oft sehr schwierig und aufwendig.
Je nach Symptomen kommen Antibiotika, durchblutungsfördernde Maßnahmen (auch Operationen), physiotherapeutische Übungen
oder Neuroleptika zum Einsatz. Die Therapie erfordert meist die Einbeziehung einer Fußambulanz, von Gefäßspezialisten
(Angiologen), Orthopäden und weiteren Spezialisten . Dort werden Diabetiker geschult die Füße täglich zu inspizieren,
die Fußnägel adäquat zu pflegen und auf sachgemäße Schuh- und Einlagenversorgung zuachten.

Definition:

Das diabetische Fußsyndrom steht für einen Komplex von Symptomen, die sich in Folge eines Diabetes mellitus entwickeln
können. Der Entstehung des diabetischen Fußsyndroms liegen zwei verschiedene Ursachen zu Grunde. Beim neuropathischen
Fuß sind die peripheren Nerven aufgrund jahrelang erhöhter Blutzuckerspiegel geschädigt. Durch die Schädigung der Nerven
wird der Spannungszustand der Fußmuskulatur geschwächt. Das durch Bänder und Muskeln aufgerichtete Fußgewölbe sackt
zusammen. Bei den betroffenen Diabetikern treten Taubheitsgefühle und schmerzlose Druckstellen an den Fußsohlen oder
Zehen auf.

Die Haut ist trocken und verwundbar. Es entstehen Fußgeschwüre, die sich infizieren können und nur schwer wieder verheilen.
Bei ca. 70 Prozent aller Diabetiker mit diabetischem Fußsyndrom liegen neuropathische Symptome vor. Beim ischämischen Fuß
sterben, infolge arterieller Durchblutungsstörungen, ganze Gewebebezirke ab. Diese Veränderungen liegen bei
ca. 20 bis 30 Prozent aller Diabetiker mit diabetischem Fußsyndrom vor. Die Unterscheidung in nervlich bedingte
(neuropathische) und durchblutungsbedingte (angiopathische) Schäden der Füße ist sehr wichtig, weil die Behandlung
unterschiedlich und teilweise gegensätzlich ist.

Krankheitszeichen und Symptome:

Das diabetische Fußsyndrom (DFS)ist kein einheitliches Krankheitsbild. Die verschiedenen Symptome sind individuell
sehr unterschiedlich ausgeprägt. Bei allen zugrundeliegenden Faktoren ist die Verletzung des Fußes das auslösende Moment.
Ist der Fuß einmal verletzt wirken sich die Folgekrankheiten eines über Jahre ungenügend eingestellten Diabetes aus.
Die Schädigung der Nerven (diabetische Neuropathie) und der Blutgefäße (diabetische Angiopathie) spielen dabei die
wichtigste Rolle.

Ca.34 % der DFS sind durch neuropathische Schäden bedingt, ca. 20 % durch angiopathische Schäden und in 40 % der Fälle
konnten beide Faktoren nachgewiesen werden. Ca 50 % der Diabetiker mit DFS sind zusätzlich an einer koronaren
Herzerkrankung (KHK) und an einer diabetische Nierenerkrankung (Nephropathie) erkrankt. In mehr als 20 % der Fälle
konnten deutliche krankhafte (pathologische) Veränderungen an den Blutgefäßen des Gehirns festgestellt werden.

Durch die langfristige erhöhte Glukosekonzentration im Blut (chronische Hyperglykämie) werden viele Stoffwechselprozesse
im Körper gestört. Die Hyperaktivität des Enzyms Proteinkinase C z.B. greift den Gerinnungsprozess und wichtige
Reparaturmechanismen innerhalb der Zelle an. Die überschüssige Glukose bindet im Blut an Eiweiße (z.B. HbA1c) und
stört damit deren Funktion. Aggressive Nebenprodukte chemischer Reaktionen im Organismus führen zu Schädigungen der
Blutgefäßwänden und zur Entstehung arteriosklerotischer Veränderungen.. Die Nervenzellen selbst werden in ihren
Reparations- und Wachstumsprozessen durch hohe Glukosekonzentrationen im Blut geschädigt.
Auch die Schädigung der Beinarterien im Sinne einer diabetischen Makroangiopathie ist häufig Ursache für die
Entstehung des diabetischen Fußsyndroms (DFS). Erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyzeridämie, Hyperlipoproteinämie)
und erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie) führen zur Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden. Diese Plaques
führen zu Verengung (Stenosierung) und geben Anlass zur Verstopfung (Thrombosierung) der Blutgefäße. Sie bewirken eine
Versteifung der Gefäßwände, können einreissen damit die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) und Gefäßwandaussackungen
(Aneurismen) begünstigen.

Bei der Entstehung der Mikroangiopathie sind noch viele Fragen offen.. Die dünne Wand der kleinen Blutgefäße
(Basilarmembran) verdickt sich im Rahmen eines Diabetes mellitus, durch Ablagerung von Eiweißsubstanzen. Die Dicke der
Basilarmembranen ist stark von der Dauer des Diabetes und der Qualität der Stoffwechsel- und Blutdruckeinstellung abhängig.
Bei der diabetischen Netzhauterkrankung des Auges (Retinopathie) scheint zusätzlich ein von Blutgefäßen produzierter
Wachstumsfaktor eine Rolle zu spielen, welcher die Neubildung von Blutgefäßen anregt

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